Wo wir herkommen

Mit dem Erwerb des Kurhauses Nidelbad 1908 legten die Gründer des Vereins Diakonenhaus St. Stephanus den Boden für den Aufbau des Diakoniewerks. Das Areal wurde rasch erweitert, heute stehen 17 Gebäude im Nidelbad.

Eine der tragenden Säulen im Arbeitsalltag war das christliche Selbstverständnis mit Zuwendung, Fürsorge und Betreuung für Bedürftige in Not. Die diakonische Gemeinschaft erbrachte in ihrem über hundertjährigen Wirken soziale Dienstleistungen für chronisch kranke, hochaltrige Personen und für Kinder und führte an mehreren Standorten Gästehäuser.

Die gemeinnützige Stiftung St. Stephanus ist die Nachfolgeorganisation des Vereins Diakonie Nidelbad und wurde im Oktober 2020 rückwirkend auf den 1. Januar 2020 gegründet. Mitstifter ist der Schweizerische Diakonieverein. Die Stiftung St. Stephanus führt damit die Betriebe des Vereins Diakonie Nidelbad weiter, namentlich die Kinderkrippe Nidelbad, verpachtet den Bauernhof Längimoos und übernimmt die Verantwortung für aktuelle und zukünftige diakonische Projekte und für die Bewirtschaftung sämtlicher in ihrem Besitz befindlichen Liegenschaften an verschiedenen Standorten.

Der Namensgeber der Stiftung, St. Stephanus, war einer der ersten sieben Diakone der Jerusalemer Urgemeinde. Tief geprägt von dem, was er mit Jesus Christus erlebt hatte, kümmerte er sich engagiert um die Versorgung der Bedürftigen und wurde so zum Vorbild für christlich motivierte soziale Tätigkeit. In dieser Tradition leistete unsere Vorgängerorganisation mit dem Aufbau und dem Betrieb von Pflegezentren und Institutionen zur Kinderbetreuung einen pionierhaften Beitrag zur sozialen Versorgung unserer Gesellschaft.

Diesem Pioniergeist fühlen wir uns als Stiftung St. Stephanus weiterhin verpflichtet und wollen deshalb auch in Zukunft einen Beitrag dafür leisten, dass die heute bestehenden sozialen Lücken erkannt und geschlossen werden.

Kurgäste im Nidelbad
Luftaufnahme Krankenanstalt Nidelbad
Anfänge des Pflegebetriebs
Damalige Sorgegemeinschaft

Das Areal der Stiftung St. Stephanus in Rüschlikon hat eine lange Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, als die Quelle entdeckt und als Heilwasser eingesetzt wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich das Gelände weiter, wobei verschiedene Gebäude errichtet wurden, darunter das heutige Wohnhaus mit Kapelle, das sogenannte „Rössli“, und das Kurhaus selbst, heute als «Diakonenhaus » bezeichnet. 1867 wurde die Scheune an der Säumerstrasse 32 erbaut, die zunächst landwirtschaftlichen Zwecken diente. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zur entscheidenden Wende, als das gesamte Bad- und Kurhaus 1908 von der Diakonie St. Stephanus erworben wurde, die es in ein Zentrum für soziale Dienste, Pflege und geistliche Betreuung umwandelte. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Areal weiterentwickelt und das Angebot um ein Pflegezentrum erweitert, mit Erweiterungen wie dem Bau des Bettenhauses (1965–1967) und der Gartenhalle (1959/60). 2019 wurde das Pflegezentrum aufgegeben und Teile des Areals durch einen Schutzvertrag zwischen der Gemeinde Rüschlikon und der Diakonie Nidelbad unter Denkmalschutz gestellt. Dieser sichert den Erhalt wichtiger historischer Gebäude, ihrer architektonischen Merkmale sowie der landschaftlichen Gestaltung.